Die 2. Stufe
Zu Beginn der 2. Stufe sind die Pfadi Kinder, am Ende sind sie Jugendliche!
Die Kinder befinden sich am Schluss einer stabilen Entwicklungsperiode. Sie fühlen sich wohl. Sie kennen ihre intellektuellen, sozialen und körperlichen Fähigkeiten und wissen mit ihnen umzugehen. Sie sind noch im Spielalter, einsatzfreudig und enthusiastisch, immer zu einem Abenteuer bereit. Sie können ihre Bedürfnisse klar äussern und sich präzise ausdrücken.Im Laufe dieser Stufe werden die Kinder zu Jugendlichen. Sie verlassen die Sicherheit und Stabilität der Kindheit, um in die neu zu entdeckende Welt der Erwachsenen aufzubrechen.
Alle diese Veränderungen rufen bei vielen Jugendlichen Unsicherheiten, Schüchternheit, Unbehagen und Unruhe hervor. Aber sie ermöglichen ihnen auch, eigene Sinn- und Wertvorstellungen zu suchen und zu entwickeln. Sie lehnen sich dabei gerne gegen von aussen vorgegebene Normen auf oder versuchen ihnen auszuweichen.Sie suchen nach Gesellschaft von Gleichaltrigen und gründen Cliquen. Viele solcher Cliquen haben einen Ehrenkodex und Regeln, die respektiert werden müssen.
In diesen Gruppen streben die Jugendlichen nach Anerkennung und folgen freiwillig den Riten, die eingeführt wurden. In diesem Alter werden die Jugendlichen ermuntert, ihre eigenen Entscheidungen über die Gestaltung ihrer Freizeit und die Wahl der weiteren Schulausbildung zu treffen. Durch ihre selbständigen Entscheidungen versuchendie Jugendlichen, eine erste Form der Unabhängigkeit von der Familie zu finden.
Persönlicher Fortschritt :
Die Methode Persönlicher Fortschritt unterstützt die Kinder und Jugendlichen, um in vielen verschiedenen Bereichen Wissen und Fähigkeiten zu sammeln. Der Persönliche Fortschritt bietet die Möglichkeit, seine Kräfte und Stärken zu messen und dafür eine Anerkennung zu bekommen. Der Fortschritt soll den ganzen Menschen betreffen und die Bereitschaft stärken, für sich selber, für andere und für die Um- und Mitwelt Verantwortung zu übernehmen. Die verschiedenen Hilfsmittel zum Persönlichen Fortschritt sind in Etappen unterteilt. Leiter und Leiterinnen und Pfadi einigen sich dabei auf Ziele, auf die sie dann gemeinsam hinarbeiten und überprüfen, ob alle Bedingungen erfüllt worden sind. Abzeichen und Spezialitäten erhöhen in dieser Altersstufe den Anreiz, eine Herausforderung anzugehen und machen das Erreichte für alle sichtbar.
Gesetz und Versprechen :
Im Pfadigesetz werden Spielregeln für das Leben in der Pfadi formuliert. Als wichtige Grundlage der Pfadibewegung soll es Leitfaden für die Einzelne und den Einzelnen sowie für das Zusammenleben mit anderen sein. Baden Powell sagt dazu: «The boy is not governed by don't, but led on by do.» («Das Pfadi wird nicht bestimmt durch TU'S NICHT, es wird geleitet von MACH'S.»). Das Gesetz zeigt, wie vielfältig Pfadi ist, und es gibt einen Rahmen für die Beschäftigung mit einer grossen Bandbreite von Themen und Inhalten.
Pfadigesetz:
- Offen und ehrlich sein
- Andere verstehen und achten
- Unsere Hilfe anbieten
- Freude suchen und weitergeben
- Miteinander teilen
- Sorge tragen zur Natur und zu allem Leben
- Schwierigkeiten mit Zuversicht begegnen
- Uns entscheiden und Verantwortung tragen
Eintrittsversprechen:
Ich will mich für meine Gruppe einsetzen und mein Bestes tun, nach dem Pfadigesetz zu leben. Ich bitte Gott (und/oder) und euch alle, mir dabei zu helfen. Das Eintrittsversprechen kann im ersten oder zweiten Jahr abgelegt werden. Das Pfadi zeigt, dass es Teil der Gruppe sein will und das Gesetz als Spielregeln akzeptiert.
Versprechen:
Ich verspreche mein Möglichstes zu tun, um mich immer von Neuem mit dem Pfadigesetz auseinanderzusetzen, nach Sinn und Ziel meines Lebens zu suchen, mich in jeder Gemeinschaft einzusetzen, in der ich lebe. Im Vertrauen auf Gott (und/oder) zusammen mit euch allen versuche ich, nach diesem Versprechen zu leben.
Wer ein Versprechen ablegt, bestätigt damit, dass er/sie den Zielen der Pfadibewegung nach seinen/ihren Möglichkeiten nachleben will. Ein Versprechen abzulegen ist jedoch freiwillig. Es soll jede/jeder für sich selbst entscheiden können, welche Bedeutung Gesetz und Versprechen für das eigene Leben haben sollen. Voraussetzung für eine freie Entscheidung ist eine eingehende, altersgerechte Auseinandersetzung mit dem Pfadigesetz und dem Inhalt des Versprechens, zusammen mit den Leiterinnen und Leitern und den anderen Pfadi. Beim Versprechen - das ein paar Jahre später gemacht werden kann - verpflichtet sich das Pfadi, sich immer von neuem mit den Grundlagen auseinander zu setzen, stets zu versuchen seinem Leben einen Sinn zu geben und sich für die Gemeinschaft einzusetzen.


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vor 1 Jahr 7 Wochen